Ein Kommentar von Dr. Christa Kummer-Hofbauer

MUT ZUR VERÄNDERUNG

Der große Umbruch in der Automobilbranche ist eingeläutet. Veränderungen in jeder Hinsicht lösen bei vielen Menschen jedoch ein ungutes Gefühl in der Magengrube aus. Veränderung bedeutet ja immer, dass wir aus der Routine kommen, unsere Komfortzone verlassen müssen, Liebgewonnenes verändern sollen – obwohl es funktioniert. All diese Parameter lösen Unbehagen, ja sogar Angst aus. Doch hätten unsere Vorfahren nicht gewagt sich auf Veränderungsprozesse einzulassen und sie voranzutreiben, würden wir ja wohl heute noch mit der Pferdekutsche fahren. Man könnte jetzt einwerfen, dass unser Heute dann vielleicht entschleunigter wäre und die motorisierten „Stinker“ kein Problem für unser Klima. All das ist nicht der Fall – wir stehen vor einer großen Mobilitätswende.

Doch dieses Thema ist sehr komplex und das Thema E-Mobilität höchst polarisierend. Rohstoffgewinnung für die Batterieproduktion, für viele eine ökologische und soziale Katastrophe in den Herkunftsländern, grünes Mäntelchen, um das schlechte Gewissen zu beruhigen, für die Industriestaaten. Schwachsinn für die anderen, denn auch die Gewinnung fossiler Rohstoffe ist problematisch und der Verbrennungsmotor ein Auslaufmodell. Gegensätzliche Meinungen, Zahlen und Daten, der Konsument im kompletten Verwirrungszustand – die Fronten werden härter.

"Wer nichts versucht, kann bekanntlich auch nichts falsch machen, aber dann wird sich auch nichts ändern."
Dr. Christa Kummer-Hofbauer

Bleibt nur der Weg, sich zu informieren und zu testen. Reden wir nicht den anderen nach dem Mund, bilden wir uns unsere eigene Meinung, prüfen wir die Vor- und Nachteile – wagen wir den Schritt aus der Komfortzone, gehen wir auf die Suche nach Antworten. Dabei sollte man bedenken in welchem Umfeld unsere Mobilitätsbedürfnisse stattfinden. In der Stadt, wo ich im 5-Minuten-Takt die Öffis nutzen kann und nicht unbedingt auf ein Auto angewiesen bin. Oder ob ich im ländlichen Lebensraum Zuhause bin – und der eigene fahrbare Untersatz lebensnotwendig ist. Ich selbst kann mir nicht vorstellen ohne Auto zu leben – für mich ist es ein Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit – über den Antrieb lässt sich jetzt wahrscheinlich lange diskutieren. Ich jedenfalls freue mich auf all die neuen Entwicklungen – und darauf, Teil davon sein zu dürfen. Wer nichts versucht, kann bekanntlich auch nichts falsch machen, aber dann wird sich auch nichts ändern.

Veränderungsprozesse zu ignorieren, würde genau genommen Stillstand bedeuten, daher sollten wir neue Wege gehen und damit eine Zukunft einläuten, die im Sinne der Natur und last but not least, auch zum Wohle der Menschheit ist. Das wissen wir aber dann wahrscheinlich erst in einem Jahrhundert, ob die Mobilitätswende Segen oder Fluch war.

 

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